der große Einsteigerguide

Alles zum Notfallrucksack

...was du wissen musst...
Jeder sollte einen haben – kaum einer hat ihn. Spätestens mit einem Blick auf die Website vom „Bundesamt für Katastrophenschutz“ wird klar – ein Notfallrucksack ist nicht nur für Weltuntergangspropheten und Pessimisten. Wenn du mehr über das Thema erfahren möchtest und auf der Suche nach Infos zu deinem persönlichen Fluchtrucksack bist, wird dir folgender Artikel weiterhelfen.

Hinweis: für die in einen Rucksack gepackte Überlebensausrüstung gibt es verschiedene Begriffe. Die gängigsten sind „Notfallrucksack“, „Survival Rucksack“, „Bug-Out-Bag“ und „Fluchtrucksack“. Gemeint ist damit eine Überlebensausrüstung für drei bis vier Tage. Der Einfachheit halber wird auf dieser Seite hauptsächlich der Begriff „Notfallrucksack“ als Bezeichnung verwendet.

Was ist eigentlich ein Notfallrucksack?

Kurz gesagt: Der Notfallrucksack ist deine Überlebensversicherung. Naturkatastrophen oder ähnlich verheerende Ereignisse können es erfordern, dass du deine eigenen vier Wände verlassen und einige Tage autark draußen überleben musst. Dein Notfallrucksack beinhaltet hierbei alles, um deine Bedürfnisse zu stillen. Dazu zählt natürlich ein Vorrat an Nahrung und Wasser aber auch Ausrüstung für ein Notlager, Wärme, Erste-Hilfe und viele weitere nützliche Tools. Dabei wird die Ausrüstung so geplant, dass du mindestens drei bis vier Tage nur aus dem Rucksack leben kannst. Somit wird die Zeit überbrückt, bis du entweder zurück kannst oder mit Hilfsgütern versorgt wirst. Ein solcher Notfallrucksack wird auch als B.O.B. (bug-out bag) bezeichnet. Die Erweiterung eines Fluchtrucksacks ist der I.N.C.H. (I never come home). Ziel eines solchen Rucksacks ist es, eine Ausrüstung bei sich zu haben mit der man lange überleben kann, ohne jemals wieder nach Hause zu kommen. Er dient als Basis, um sich eine neue Existenz aufbauen zu können. Die Ausrüstung dazu ist dann natürlich weitaus umfangreicher. Die Packliste des Notfallrucksack-Ratgebers bezieht sich auf den ersten Fall, den B.O.B.

Warum brauchst du einen Notfallrucksack?

In manch anderen Ländern stellt sich diese Frage gar nicht. Krisen wie Naturkatastrophen oder Kriege machen einen ständig gepackten Fluchtrucksack nahezu unvermeidlich. Doch hat ein solcher Rucksack auch hier in Europa eine Daseinsberechtigung? Glücklicherweise trifft es zu, dass es hier in Europa vergleichsweise ruhig ist. Trotzdem gibt es auch hier Ereignisse, die es erfordern, dass Menschen für einige Zeit Ihre Häuser verlassen müssen. Dazu gehören insbesondere Überflutungen und schwere Stürme, die Wohnraum für lange Zeit unbewohnbar machen. Die Zahl solcher Ereignisse hat in den vergangenen Jahren zugenommen. Wie bereits in der Einleitung erwähnt, empfiehlt auch das „Bundesamt für Katastrophenschutz“ ein entsprechendes Notgepäck. Ein Notgepäck zu besitzen hat also nichts mit „Spinnerei“ zu tun. Es ist eher wie eine Art Versicherung im Ernstfall anzusehen von der sogar das Leben abhängen könnte.


Wann solltest du dir deinen Notfallrucksack zulegen? Wie fängst du an?

Am besten sofort. Wer weiß schon, wann es zu einer Krise kommt?! Zugegeben: Sich ein gutes Fluchtgepäck zuzulegen bedeutet zuerst einmal Geld in die Hand nehmen zu müssen. Die Überlebensausrüstung ist in der Gesamtheit leider nicht gerade günstig. Eine Möglichkeit zur Finanzierung wäre, sich die Ausrüstung nach und nach zu kaufen. Starten solltest du dabei mit der wirklich überlebenswichtigen Ausrüstung. Orientieren kannst du dich an deinen Grundbedürfnissen und der Einteilung weiter unten. Dabei solltest du auf Qualität achten. Im besten Fall kaufst du „nur“ zweimal. Im schlimmsten Fall hängt dein Überleben von minderwertiger Ausrüstung ab.
Gute Ausrüstung findest du in diversen Onlineshops auch gebraucht und teilweise sehr günstig. Da hochwertige Ausrüstung nur wenig abnutzt bietet sich mit gebrauchter Ausrüstung eine wirklich sinnvolle Alternative. Vorsicht ist jedoch bei scheinbar originaler Militärausrüstung geboten. Oftmals wird billige Importware als „Original“ verkauft. Importausrüstung hat oftmals eine unterirdische Qualität, die nicht erfüllen kann, was sie verspricht.

Was gehört in deinen Fluchtrucksack?

In einen Notfallrucksack muss wirklich jede Menge an Ausrüstung rein. Vieles davon findet sich scheinbar zuhause oder im Laden „um die Ecke". Wer jetzt in den nächsten Baumarkt rennt um entsprechende „Ausrüstung“ zu kaufen, soll gewarnt sein. Ausrüstung ist nicht gleich Ausrüstung. Auf dieser Seite findest du empfehlenswerte und bewährte Dinge, die dich nicht im Stich lassen werden. Die Packlisten-Sets „BASIC“ und „PRO“ bieten dazu zwei bewährte Kombinationen, mit denen du alle wichtigen Dinge auf jeden Fall dabei haben wirst. Unbedingt vermeiden solltest du zudem die Fehler, die häufig begangen werden, wenn man seine Ausrüstung zusammenstellt.

Folgende Fehler müssen vermieden werden:

Häufige Fehler


  • Die Ausrüstung ist nicht sinnvoll

  • Der Fluchtrucksack ist zu schwer

  • Die Ausrüstung ist minderwertig

  • Es fehlen Kenntnisse zur richtigen Handhabung
  • Vermeide diese Fehler!

    ...dieser Artikel zeigt dir, wie das geht...

    Vorüberlegungen zur Planung

    Wer einen Survival Rucksack zusammenstellt sollte gut planen. Die persönliche Ausrüstung hängt von vielen Faktoren ab. Dazu sollten folgende Vorüberlegungen geführt werden: Auf welches Szenario bereitest du dich vor? In welcher Region lebst du? Wie ist dort das Klima? Planst du zu Fuß oder mit einem Auto unterwegs zu sein? Wie viele Personen werden mit dir gehen? Wohin soll dich deine Flucht führen? Wie fit bist du? Diese Fragen zu beantworten hilft dir, ein für dich passendes Konzept zu entwickeln. Deine Ausrüstung wirst du für dich besser planen können, je mehr Gedanken du dir im Vorfeld über Sinn und Zweck des Fluchtrucksacks gemacht hast.
    Die wohl wichtigste Frage ist dabei folgende:
    Was benötigt man um zu überleben? Im Wesentlichen ist der Mensch auf vier Gegebenheiten angewiesen: Wasser, Wärme, Unterschlupf (Schlaf), Nahrung. Daraus resultieren vor allem vier sehr wichtige Fragen, die du dir unbedingt stellen solltest, wenn du deine Überlebensausrüstung planst:
  • Wie komme ich an Wasser?

  • Wie werde ich schlafen?

  • Was werde ich essen?

  • Wie kann ich mich warm halten?

  • Dein Notfallrucksack muss Antworten auf alle diese Fragen enthalten. Zusätzlich müssen Überlegungen zu Notfällen während der Flucht getroffen werden: Was passiert, wenn Ausrüstung unterwegs kaputt geht? Gibt es Alternativen oder Reparaturmöglichkeiten? Was tun bei medizinischen Notfällen? Wie halte ich Kontakt zur Umwelt? Wie navigiere ich? Die Kunst besteht darin, all diese Punkte mit einer Ausrüstung zu erfüllen, die so kompakt und leicht ist, dass sie problemlos tragbar ist und einem unterwegs nicht zu sehr behindert. Die beiden Packlisten des Notfallrucksack-Ratgebers „BASIC“ und „PRO“ erfüllen beide alle Anforderungen an einen Survivalrucksack.



    Die Grundbedürfnisse

    Wasser, Wärme, Unterschlupf und Nahrung sind die Grundbedürfnisse, die erfüllt werden müssen, um überleben zu können. Warum müssen gerade diese Bedürfnisse erfüllt werden? Wie kann man das machen?
    Wasser
    Ohne Wasser überlebst du etwa 3-4 Tage. Daher ist eine regelmäßige Versorgung mit sauberem Wasser essentiell. Ein durchschnittlicher Erwachsener trinkt ca. 3 Liter Wasser täglich. Bei einem Notfallrucksack für 3-4 Tage wären das pro Person bis zu 12 Liter Wasser! Das sprengt nicht nur den Platz des Rucksacks, sondern auch das Gewicht. Was kannst du also tun? Beschränke deinen Wasservorrat auf ca. 3 Liter. Damit solltest du über die Runden kommen, bis du an weiteres Wasser kommst. Wasser findet man in Europa eigentlich überall. Die Problematik liegt darin, dass Wasser trinkbar zu machen. Die Lösung bieten Tools zur Wasseraufbereitung, die problemlos Schwebstoffe, Bakterien und Schwermetalle filtern. Auf dieser Seite findest du einen Ratgeber zum Thema „Die richtige Wasseraufbereitung“. Es werden Möglichkeiten zur Wasseraufbereitung aufgezeigt und Vor- und Nachteile abgewogen. Wenn du Produkte zum Thema Wasseraufbereitung miteinander vergleichen möchtest hilft die die Seite „Ausrüstung im Vergleich: Tools zur Wasseraufbereitung“ weiter.
    Nahrung
    Auch wenn ein Mensch bis zu 3 Wochen ohne Nahrung überlebt: Mahlzeiten helfen dabei, wieder zu Kräften zu kommen. Somit sollte auch in einem 3-Tage Fluchtrucksack Nahrung mitgeführt werden. Da ein Notfallrucksack möglicherweise lange steht, bis er zum Einsatz kommt, ist Nahrung empfehlenswert, die lange haltbar ist und wenig Platz einnimmt. Dosennahrung sollte man meiden, da diese viel Platz und Gewicht kosten. Verschiedene Hersteller bieten Nahrung an, die lange haltbar ist und kein Wasser enthält. Dehydratisierte Nahrung spart einiges an Gewicht und ist sehr lange haltbar. Dabei sollte darauf geachtet werden, dass man zum Essen nicht immer ein Feuer zum Erwärmen zur Verfügung hat. Die Notnahrung sollte sich zudem nicht nur auf Hauptmahlzeiten beschränken, sondern auch Snacks für zwischendurch enthalten. Ansonsten gilt hier: Gut ist, was schmeckt. Beispiele für Notnahrung findest du in der Packliste.
    Unterschlupf
    Schlaf spielt eine wichtige Rolle um die mentale und physische Kraft wieder herzustellen. Ohne Schlaf verliert man das Urteilsvermögen und wird zudem Einbußen der körperlichen Leistungsfähigkeit feststellen müssen, was in Extremfällen lebensgefährlich werden kann. Da ein Notfall nicht nur bei schönem Wetter eintritt, sollte die Ausrüstung für dein Lager so geplant werden, dass diese auch bei schlechten Wetterbedingungen und Kälte einen ausreichenden Schutz bietet. Im Wesentlichen besteht die Ausrüstung für ein kleines Lager aus folgender Ausrüstung: Tarp oder Zelt, Biwaksack, Schlafsack, Isomatte. Ob man sich für ein Tarp oder ein leichtes Zelt entscheidet ist dabei jedem selbst überlassen. Tarps und Zelte haben jeweils unterschiedliche Vor- und Nachteile, auf die der Ratgeber jeweils eingeht. Da das die schwersten Packstücke sind, sollte hier besonders auf ein geringes Gewicht geachtet werden. Wichtig beim Aufstellen des Lagers ist Übung. Es wird einfacher fallen, einen Unterschlupf zu errichten, wenn man es schon mehrmals getan hat. Wer in einer Notsituation, möglicherweise unter Stress, mit neuer Ausrüstung konfrontiert wird, wird wahrscheinlich große Schwierigkeiten haben, diese korrekt zu bedienen. In der Rubrik „Wissen“ findest du Ratgeber zu den jeweiligen Ausrüstungsgegenständen. Wenn du Ausrüstung für den Unterschlupf miteinander vergleichen möchtest, wirst du unter „Ausrüstung im Vergleich“ fündig.
    Wärme
    Ein wärmendes Feuer steigert nicht nur das Wohlbefinden und trägt zur Gemütlichkeit bei – in einem kalten Winter kann es lebensrettend sein, zudem eignet es sich zur Zubereitung von Nahrung oder zum Abkochen von Wasser. Um ein Feuer auch mit nassen Materialien zu entfachen, benötigt es allerdings einiger Erfahrung. Tools um ein Feuer zu entfachen sollten daher vielfältig vorhanden sein. Wasserfeste Streichhölzer, normale Feuerzeuge und Zündstahl sollten in der Packliste berücksichtigt werden, zudem eignen sich Materialien, aus denen sich leicht ein Feuer entfachen lässt. Dazu zählen u.a. Tampons, Zunder und andere Hilfsmittel. In der Packliste zu den Notfallrucksack – Ausrüstungssets wurden entsprechende Tools natürlich berücksichtigt.

    Tools Tipps und nützliches

    Neben deinen Grundbedürfnissen solltest du Antworten auf folgende Fragen haben: Was passiert, wenn Ausrüstung unterwegs kaputt geht? Gibt es Alternativen oder Reparaturmöglichkeiten? Was passiert bei medizinischen Notfällen? Wie halte ich Kontakt zur Umwelt? Wie navigiere ich? Da du mit deiner Notausrüstung völlig unabhängig unterwegs bist, brauchst du einen Plan-B .


    Was passiert, wenn deine Ausrüstung unterwegs kaputt geht?

    Wer gerne mal draußen unterwegs ist wird es kennen: Mal bleibt man an einem Zaun hängen und die Hose reißt, mal halten die Riemen am Rucksack nicht. Derartige Einschränkungen können deine Handlungsfähigkeit in einer Notsituation stark beeinträchtigen. Einfache Tools, mit denen sich wirklich viele Probleme aus der Welt schaffen lassen sind: Originales Bundeswehr- Panzerband, Paracord und ein Nähset
    Diese Gegenstände nehmen nicht viel Platz ein, helfen aber ungemein. Dazu noch zwei kleine Tipps: Falls du kein Nähset dabei haben solltest tut es auch Zahnseide Da es unwahrscheinlich ist, dass du eine ganze Panzertape- Rolle benötigen wirst, kannst du etwas Tape um eine Visitenkarte wickeln. Das spart Platz.

    Was tun bei medizinischen Notfällen?

    Für medizinische Notfälle oder kleinere Weh-Wehchen eignet sich ein um Medikamente erweitertes Outdoor-Erste-Hilfe-Kit. Diese sind kompakter und leichter als der Verbandskasten aus dem Auto. Neben den persönlichen Medikamenten sollten folgende Mittel nicht fehlen: Schmerzmittel, Entzündungshemmer, Antibiotika, Kohletabletten (bei Vergiftungen oder Durchfall), Jodtabletten (bei Verstrahlung), Wund- und Heilsalbe, steriles Nähzeug


    Sehr wichtig ist folgende Überlegung: Weil du nicht damit rechnen kannst medizinisch versorgt zu werden, musst du dich zumindest grundlegend mit der Behandlung von Krankheiten, Verletzungen und Vergiftungen auskennen. Das Wissen kann wirklich dein Leben retten! Ein Standardwerk für Outdoor- Medizin ist das Buch „Wo es keinen Arzt gibt“ von David Werner. In dem Buch werden Grundlagen der medizinischen Diagnose, Behandlung und Verhinderung von typischen Krankheiten gebildet, zudem wird jede Menge Hintergrundwissen zu allen Aspekten der Gesundheit vermittelt.
    Ein Muss für deine Überlebensausrüstung!

    zum Buch

    Wie hälst du Kontakt zur Umwelt?

    Im Zuge von Katastrophen ist oft das Netz überlastet. Kontakt zu halten ist wichtig – neben deinem Smartphone hilft ein kompaktes, multifunktionales Radio mit Weltempfänger um dich auf dem laufenden halten, auch wenn das Handynetz zusammenbrechen sollte. Über das Radio kannst du in einer Notsituation wichtige Informationen über die derzeitige Lage, Hilfseinrichtungen, das Wetter oder andere Dinge erfahren. Dabei sollte das Radio möglichst nicht nur über Batterien laufen. Das Midland ER300 bietet beispielsweise einige weitere nützliche Funktionen, dazu gehören: Eine Handkurbel und ein Solarmodul die zum aufladen des Akkus verwendet werden können, USB-Ausgang zum laden anderer Geräte (z.B. das Smartphone), eine starke Taschenlampe, Ultraschall- Hundepfeife (um durch Rettungsteams gefunden werden zu können) UKW/MW Radio und SOS-Morsecode-Funktion um einen Notruf als Morsecode senden zu können.


    Wie kommst du ans Ziel?

    Zur Navigation helfen dir neben einem guten Orientierungssinn einige Tools weiter, die je nach persönlichem Geschmack zusammengestellt werden können: Karte, Kompass, Monokular (leichter und kompakter als ein Fernglas), GPS-Gerät, Smartphone. Besonders die Navigation mit Karte und Kompass will gelernt sein. In Zeiten von Navigationssystemen hat die klassische Art der Navigation mehr und mehr an Bedeutung verloren. Trotzdem kann es nicht schaden, sich auch damit auszukennen und sich entsprechendes Wissen anzueignen.

    Unterteilen der Ausrüstung in Kategorien

    Du weißt jetzt, was in deinen Notfallrucksack gehört und welche Bedürfnisse gestillt werden müssen. Was solltest du noch beachten? Ordnung! Wer kennt es nicht: Autoschlüssel, die oft benötigt werden, verschwinden ständig in den Tiefen der Tasche. Manchmal muss man die gesamte Tasche erst ausräumen, bevor man das Gesuchte findet. Das mag im Alltag lästig sein, während eines Notfalls ist es möglicherweise sogar gefährlich. Was kann man machen? Ausrüstung sollte so gelagert werden, dass besonders die für den täglichen Bedarf leicht zu erreichen ist. Dazu eignen sich besonders Seiten- und Deckelfächer im Rucksack. Was ist jedoch, wenn man seinen Rucksack zurücklassen muss? Dann bleibt nur noch alles, was man am Körper trägt. Könntest du damit deine Flucht fortsetzen und überleben? Im schlimmsten Fall bliebe dann nur die Kleidung, die du trägst. Damit du auch überleben kannst, wenn du deinen Rucksack zurück lassen musst, ist es sinnvoll die Ausrüstung in Kategorien zu ordnen.

    Die Lösung ist folgende Einteilung:
  • 1. Überlebenswichtige Ausrüstung

  • 2. Wichtige Ausrüstung

  • 3. Weniger wichtige Ausrüstung

  • Überlebenswichtige Ausrüstung

    Deine Überlebenswichtige Ausrüstung beinhaltet alles um zu überleben. Für den Fall, dass du von deinem Rucksack getrennt wirst, sollte sich diese Ausrüstung immer am Körper befinden. Empfehlenswert sind dazu große Taschen an Jacke und Hose, komfortabler und funktionaler ist aber eine Bauchtasche. Diese ermöglicht die sichere Aufbahrung von Ausrüstung, ohne in der Bewegung einzuschränken.
    Zu deiner Überlebenswichtigen Ausrüstung gehört:
  • Wasser

  • Wie schon oben erwähnt, muss Wasser ausreichend vorhanden sein. Dazu empfiehlt sich eine kleine Feldflasche am Gürtel. Zusätzlich sollte ein kompakter Wasserfilter in der Bauchtasche gelagert werden. Empfehlenswert wäre da der Sawyer mini, mit gerade einmal 56 g.

  • Nahrung

  • Zumindest ein minimaler Vorrat an Schnellnahrung in Form von Energieriegeln oder Notnahrung sollte am Körper getragen werden. Nahrungsmangel kann die Leistungsfähigkeit innerhalb kurzer Zeit einschränken.

  • Unterschlupf und Wärme

  • Um sich vor Kälte zu schützen, sollten ausreichend Tools zur Entfachung eines Feuers vorhanden sein. Um die Nacht zu überstehen empfiehlt sich außerdem der Einsatz einer Rettungsdecke.

  • Tools und Navigation

  • Ein kleines Messer wird in vielen Situationen nützlich sein, zudem lässt sich in der Bauchtasche optimal ein kleines Survivalkit (z.B. BCB Ultimate Survival Kit ) verstauen, welches zum Überleben weitere nützliche Gegenstände beinhaltet. Ausrüstung zur Navigation (z.B. Kompass, Karte, Taschenlampe und Monokular) sollte ebenfalls ständig greifbar sein, da es sonst schwierig wird, dein Ziel zu erreichen.

    Wichtige Ausrüstung

    Zur wichtigen Ausrüstung zählt alles, was dein Überleben direkt unterstützt. Dazu zählen z.B. Schlafsack, Biwaksack, Tarp, weitere Nahrung, Erste-Hilfe-Kit und Notkocher. Diese Gegenstände werden täglich benötigt und helfen dir dabei, deine Leistungsfähigkeit zu erhalten. Im Rucksack sollte die Ausrüstung daher gut und unkompliziert erreichbar sein.



    Weniger wichtige Ausrüstung

    Hierzu gehört alles weitere an Ausrüstung, das dein Überleben nicht direkt unterstützt aber dabei hilft, handlungsfähig zu bleiben. Im Rucksack kann diese Ausrüstung an weniger relevanten Orten platziert werden.

    Worauf du beim Rucksack achten solltest

    Kernstück deiner Notfallausrüstung ist der Rucksack. Rucksäcke gibt es wie Sand am Meer. Rucksäcke, die den Ansprüchen eines Notfalls gerecht werden gibt es eher wenige. Die Erwartungen an einen Rucksack für eine Flucht oder ähnliches sind hoch: Eine Menge Ausrüstung muss sicher verstaut werden, der Rucksack darf nicht zu schwer sein und muss auch über lange Strecken gut zu tragen sein. Die möglicherweise harten Einsatzbedingungen erfordern außerdem ein robustes Material. Der "Ratgeber: Rucksack“ gibt einen Überblick über Typen, Materialien, Formen und sonstige Qualitätsmerkmale. Wer auf der Suche nach einem Vergleich ist, wird unter „Ausrüstung im Vergleich – Rucksäcke“ fündig.

    Warum überhaupt ein Rucksack und keine Tasche/ kein Koffer?

    Die Vorteile eines Rucksacks im Vergleich zu einem Notfallkoffer oder einer Notfalltasche liegen auf der Hand: Ein Koffer oder eine Tasche ist möglicherweise sperrig und muss von Hand getragen bzw. gezogen werden.

    Wer einen Rucksack verwendet, hat die Hände frei und kann sich somit auch durch unwegsameres Gelände problemlos bewegen.

    Fluchtrucksack gepackt kaufen – eine gute Idee?

    Verschiedene Onlinehändler bieten mittlerweile fertig gepackte Fluchtrucksäcke zum Verkauf an. Die Preise schwanken dabei genau wie die Inhalte. Die günstigsten Modelle fangen bereits bei knapp über 100 € an, nach oben ist keine Grenze gesetzt. Schnell stellt sich da die Frage nach der Qualität und Funktionalität der Ausrüstung bei den günstigen Modellen. Oft fällt bei genauerer Betrachtung auf, dass nur wenige Aspekte des komplexen Themas „Notfallrucksack“ beachtet wurden und die Überlebensausrüstung nicht ihren Zweck erfüllen kann – nämlich das Überleben draußen sicherzustellen. Dafür fehlen oft essentielle Inhalte, wie der Schlafsack, Wasserfilter oder ähnliche Gegenstände. Es gibt durchaus Seiten, die mit dem Gesamtset eine gute Basis schaffen, die dann persönlich individualisiert werden kann. Hierbei sprechen wir jedoch leider in den meisten Fällen von den sehr teuren Exemplaren. Wer also vor hat auf ein fertig gepacktes Gesamtpaket zurückzugreifen sollte die Ausrüstung genau unter die Lupe nehmen und fehlendes oder schlechtes unbedingt ersetzen.

    Wie und wo kannst du Gewicht einsparen?

    Da du dich auf deiner Flucht wahrscheinlich mit jeder Menge Schwierigkeiten herumschlagen wirst (unwegsames Gelände, Kälte, Hunger), solltest du es dir nicht schwieriger machen als nötig. Spare Gewicht, wo es nur möglich ist. Jedes zusätzliche Gramm kostet Kraft und wird deine Leistung einschränken. Daher gilt hier der Grundsatz: weniger ist mehr! Frage dich daher bei jedem Ausrüstungsstück: Brauche ich das wirklich? Gewicht kannst du überall einsparen. Besonders effektiv lassen sich überschüssige Kilos bei den großen Packstücken vermeiden. Das sind Zelt, Schlafsack und Rucksack. Dein Zelt aus dem letzten Campingurlaub solltest du eher zuhause lassen. Allein das Gestänge dürfte den Rahmen eines Rucksacks sprengen. Sehr leichte, funktionale Ausrüstung findet sich oft im Bereich ultralight tekking. Ein Biwaksack oder ein Tarp stellt eine leichtere Alternative zu einem Zelt mit Gestänge da. Rucksäcke gibt es mit leichten Verstrebungen und Schlafsäcke müssen auch nicht mehr als 900g wiegen. Wenn du das Konzept Gewicht zu sparen konsequent durchsetzt, wird es dir möglich sein mit einem moderaten Fluchtgepäck unterwegs zu sein.


    Wo solltest du den Notfallrucksack lagern?

    Der Notfallrucksack sollte so gelagert werden, dass du ihn im Notfall schnell erreichen kannst. Das ist in den meisten Fällen nicht gerade der Keller oder der Dachboden. Denkbar wäre die Lagerung im Flur oder einem ähnlich gut erreichbaren Platz, den man auf jeden Fall passieren wird, wenn man aus dem Haus geht. Außerdem zu bedenken ist folgendes: Katastrophen treten nicht unbedingt auf, während du Zuhause bist. Angenommen du bist im Auto oder auf der Arbeit. Möglicherweise bleibt keine Zeit nachhause zu fahren. Vorteilhaft wäre hier ein kleines Notgepäck, dass du unkompliziert im Auto oder im Büro platzieren kannst.


    Übung ist alles

    Mache dich mit deiner Ausrüstung vertraut! Musstest du mal ein Zelt im Dunkeln, bei Regen aufbauen? Das ist gar nicht so einfach. Erst recht nicht, wenn man das Zelt nicht kennt. Wenn du jetzt noch an die Extrembedingungen (Stress, Kälte, Übermüdung) eines Notfalls denkst, kannst du dir vorstellen, wie  schwer es werden kann, unbekannte Ausrüstung korrekt zu bedienen. Das ist ein einfaches Beispiel, warum regelmäßiges Training mit der Notfallausrüstung wichtig ist. Ausrüstung sollte unter Realbedingungen getestet werden. Wenn deine Ausrüstung im windgeschützten Vorgarten hält, bedeutet das nicht automatisch, dass es auch im Ernstfall funktioniert. Merke dir: Vom richtigen Handling der Ausrüstung kann eines Tages dein Leben abhängen. Natürlich musst du in der Lage sein, die nicht gerade leichte Ausrüstung zu schultern und damit längere Fußmärsche hinter dich bringen können. Sehr empfehlenswert zur Übung sind da mehrtägige Touren, bei denen du nur aus deinem Rucksack lebst. Das wird dir dabei helfen, deine Ausrüstung richtig einzuschätzen und Verbesserungspotential zu entdecken.
    Regelmäßige Kontrollen sind ebenfalls wichtig, um einen ständig einsatzbereiten Krisenrucksack zu behalten, da Nahrung und auch Wasser nur begrenzt haltbar sind, zudem könnten Teile der Ausrüstung mit der Zeit fehlen oder kaputt sein.

    Fazit

    Es gibt eine Menge zu beachten, wenn es darum geht das eigene Überleben durch eine sinnvolle Ausrüstung zu sichern. Dieser Artikel hat einen Überblick über die wichtigsten Grundgedanken gegeben – jetzt geht es daran, die Ausrüstung im Detail zu überprüfen. Dazu sind die Ratgeber unter der Rubrik „Wissen“ hilfreich.