Alles zur Ausrüstung

Der richtige Biwaksack

Was du wissen musst
Was ist eigentlich ein Biwaksack? Einfach gesagt ist ein Biwaksack ist eine Schlafsackaußenhülle, die über den Schlafsack gezogen wird. Warum der Biwaksack fester Bestandteil deiner Ausrüstung sein sollte, wird Dir hier erklärt. Natürlich gibt es, wie bei den meisten Ausrüstungsmöglichkeiten Vor- und Nachteile. Starten wir mit den Vorteilen, die die Nutzung des Biwaksacks mit sich bringt:
Vorteile
  • zusätzliche Schicht wird Wärmeschicht
  • Minimierung des Windchill-Effekts
  • Schutz vor Nässe
  • Schutz vor Schmutz und anderen Einwirkungen
So wirklich oft haben wir hier in Deutschland ja leider kein schönes Wetter. Oft ist es kalt, es regnet viel. Der Boden ist oftmals nass und aufgewühlt und da sollst du jetzt deinen guten Schlafsack reinlegen? Viele Schlafsäcke haben eine wenig widerstandsfähige Außenhaut, die Schmutz und Feuchtigkeit sofort aufnimmt. Gerade, wer einen Schlafsack mit Daunenfüllung nutzt, sollte hier besonders Acht geben: Ist der Daunenschlafsack erstmal nass, geht die isolierende Wirkung verloren, da die Daune zusammenfällt. Bis zur weiteren Verwendung muss der Schlafsack aufwendig und lange getrocknet werden. Bei Regen kein leichtes Unterfangen.
Der Biwaksack schafft da Abhilfe. Die meist dicke Außenhülle bietet einen enormen Schutz vor Schmutz, Nässe und sonstigen Einwirkungen. Bedenkenlos kann diese Kombination also auch auf nassem Untergrund und Regen genutzt werden. Beachten sollte man folgendes: Kälte kommt auch durch den Boden. Ohne zusätzliche Isolationsschicht in Form einer Isomatte, wirst du anfangen zu frieren, trotz Biwaksack und Schlafsack. Neben dem zusätzlichen Schutz erhöht der Biwaksack die Temperatur im Schlafsack. Wie? Ganz einfach: Die zusätzliche Luftschicht zwischen Schlafsackaußenhülle und Schlafsack wird durch die eigene Körpertemperatur erwärmt. Ein weiterer Vorteil ist die Minimierung des Windchill-Effekts. Während das Außenmaterial des Schlafsacks oft Winddurchlässig ist, sind die meisten Biwaksäcke vollständig dicht und verhindern so, dass Wind den Schlafsack auskühlt.

Wer sehr minimalistisch unterwegs sein möchte und auf zusätzliches Gewicht verzichtet, findet mit einem Biwaksack eine Alternative zum Zelt. Während bei einem Zelt Gestänge und Schnüre mitgenommen werden müssen und ein teilweise aufwendiger Aufbau folgt, ist ein Biwaksack sofort einsatzbereit. Ausrollen, reinlegen, fertig! Besonders im Notfall ist das vorteilhaft. Du musst keinen geeigneten, ebenen Platz für das Zelt finden, bist weiterhin schnell wieder mobil. Zudem ist ein Biwaksack unauffälliger als ein Zelt. Für einen provisorischen Unterstand reicht dann oft ein gespanntes Tarp.

Bis hierhin klingt ein Biwaksack nach dem perfekten Begleiter für die Überlebensausrüstung, oder? Einige Nachteile gibt es dann doch noch:
Nachteile
  • Kondenswasserbildung
  • Kein Unterstand
Einen sehr atmungsaktiven Biwaksack zu wählen ist besonders bei kalten Temperaturen enorm wichtig. Trotzdem haben alle Schlafsackaußenhüllen mehr oder weniger das Problem der Kondenswasserbildung. Während man Zeit im Schlafsack verbringt bilden sich im Innern Wassertropfen, die den Schlafkomfort negativ beeinflussen und für ein unangenehm nasses Gefühl sorgen können. Aufgrund der Nässe kann es passieren, dass man im Schlafsack anfängt zu frieren. Verschiedene Hersteller bieten hoch atmungsaktive Materialien an, die diesen Umstand mildern.

Ein weiterer Nachteil ist der fehlende Unterstand. Ein Zelt oder Tarp bietet zumindest etwas Bewegungsfreiheit. Besonders bei Dauerregen möchte man diesen Komfort nicht missen. Wenn der einzige Wetterschutz der Biwaksack ist, kann das sehr anstrengend sein. Empfehlenswert ist also immer die Kombination aus Biwaksack und Tarp oder sogar Zelt. Das Tarp bringt hierbei den Vorteil des geringeren Gewichts und den Nachteil des komplizierteren Aufbaus im Vergleich zum Zelt.

Ausrüstung im Vergleich

Biwaksäcke

zum Vergleich

Welche Arten gibt es?

Biwaksack

Der normale Biwaksack ist relativ weit geschnitten, um eine isolierende Wärmeschicht zu bilden. Ein Reisverschluss erleichtert den Einstieg. Die Kapuze schützt den Kopf. Der Biwaksack lässt sich, ähnlich wie ein Schlafsack, einfach zusammenrollen und verstauen. Es ist kein Gestänge zum Aufbau nötig. Nachteile des Biwaksacks im Vergleich zum Zelt ergeben sich aus der Größe: Die Bewegungsfreiheit im Biwak ist nicht mit der im Zelt vergleichbar. Kondenswasser kann zum Auskühlen und einem klammen Gefühl führen. Dieses Problem tritt vorrangig bei billigen Biwaksäcken und kalten Temperaturen auf. Dazu mehr unter "Materialien". Die Vorteile sind: Man kann nahezu überall problemlos geschützt schlafen. Packmaß und Gewicht sprechen ebenfalls für den Biwaksack.
+ schützt vor Wind und Wetter
+ bildet zusätzliche Isolationsschicht
+ kein Aufbau nötig

- wird von innen feucht,
besonders bei minderwertigen Materialien

Biwakzelt

Eine Sonderform des Biwaksacks ist das Biwakzelt. Über dem Kopf wird ein kleiner Aufbau aufgestellt, sodass ein optimaler Schutz vor Wind und Wetter gegeben ist. Für diese Konstruktion wird Gestänge benötigt. Der Aufbau über dem Kopf ermöglicht ein wenig Bewegungsfreiheit. Wirklich nutzbar ist der gewonnene Freiraum jedoch weniger. Für einen längeren Aufenthalt im Biwak als zum Schlafen ist es weniger geeignet, da einfach der Platz fehlt. Somit kombiniert ein Biwakzelt eher die Nachteile eines Biwaksacks (wenig Platz) mit den Nachteilen eines Zelts (Gestänge und Aufbau nötig, höheres Packmaß und Gewicht). Vorteile des Biwakzelts gegenüber einem normalen Zelt sind die kurze Aufbauzeit, weniger Gestänge und dadurch ein möglicherweise kleineres Packmaß und Gewicht.
+ mehr Bewegungsfreiheit als im Biwaksack
+ schützt vor Wind und Wetter
+ bildet zusätzliche Isolationsschicht

- wird von innen feucht,
besonders bei minderwertigen Materialien
- Aufbau nötig
- durch Gestänge zusätzliches Gewicht

Welche Materialien werden verwendet?

Einfache Biwaksäcke bestehen aus Polyurethan/PU. Die Vorteile des Materials liegen im Gewicht und dem Preis. Während der Nutzung bildet sich im Innern jedoch schnell Kondenswasser, das zu einem unangenehmen, feuchten Gefühl und Kälte im Schlafsack führt. Wenn die Außentemperatur besonders kalt ist, wird dieser Vorgang beschleunigt. Wenn der Biwaksack mehrere Nächte verwendet werden soll, muss den Tag über unbedingt gelüftet werden. Aufgrund der starken Kondenswasserbildung ist der Polyurethan/PU Biwaksack nur sehr eingeschränkt im Winter nutzbar.
Hochwertige Biwaksäcke werden aus dampfdurchlässigen Membranstoffen hergestellt. Da die Feuchtigkeit dampfförmig aus dem Innern entweicht, staut sich weniger Kondenswasser an. Der Schlafsack bleibt trocken und das unangenehme Feuchtigkeitsgefühl bleibt weitestgehend aus. Nässe wird durch die wasserabweisende Außenhaut am Eindringen gehindert. Beispiele für eine Membranschicht sind Gore- Tex- Stoffe. Bei einer Laminatoberfläche wird z.B. Sympatex oder Hyvent eingesetzt.

Fazit

Ein Biwaksack bietet gemeinsam mit einem Tarp eine gute und leichte Alternative zum Zelt. Durch den nicht vorhandenen Aufbau ist es geradezu ideal für den Notfall geeignet und sollte daher in keinem Survival-Rucksack fehlen. Ob dabei ein günstiger Einweg-Biwaksack reicht oder ob es ein qualitativ hochwertiger Biwaksack werden soll, ist dabei abhängig von der Herangehensweise an das Thema Notfallrucksack.