Einzeltest Schlafsack

Carinthia Defence 4

carinthia-defence-4
Verhältnis Leistung / Gewicht / Packmaß 88%
Ausstattung 100%
Verarbeitung 98%
Preis 88%
Gesamt 94%
VorteileNachteile
  • sehr robust

  • sehr gute Verarbeitung

  • hoher Schlafkomfort

  • wind- und wasserdicht

  • hohe Isolationsleistung

  • Ausstattung
  • relativ teuer

  • Wärmekragen fehlt

125,00 Euro

Technische Daten

Temp. BereichFüllmaterialFüllgewichtAußenmaterialInnenmaterialGewichtMaße
(Länge/Schulter/Fuß)
Packmaß
- 8,8 bis - 15°C G-LOFT® Si
100% Polyester
1.000 g Shelltrans
100% Polyamid
Shelltrans
100% Polyamid
1.850 g215 x 83 / 57 cm23 x 38 cm

Einzeltest

Zur militärischen Ausrüstungssparte von Carinthia gehörend, hat sich die Defence Reihe in den vergangenen Jahren einen echten Namen gemacht. Neben dem Defence 4, einem drei-Jahreszeiten-Schlafsack, vertreibt Carinthia den Defence 1, als leichten Sommerschlafsack und den Defence 6 für wirklich eisige Temperaturen. Dieser Test beschäftigt sich mit dem Defence 4. Mit mehr als einer Million verkaufter Exemplare zählt er zu den erfolgreichsten Schlafsäcken seiner Art. Viele militärische Einheiten vertrauen auf die Qualität und Zuverlässigkeit der Marke Carinthia. Grund genug, dieses Modell einmal genauer zu betrachten.

Der Schlafsack wurde als Mumienform konzipiert. Das bedeutet, dass dieser der natürlichen Form des Menschen entspricht – am Schulterbereich weit und nach unten eng zulaufend. Die Mumienform bringt vor allem sehr gute Isolationseigenschaften mit sich und ist eher für ruhige Schläfer geeignet, da Schlafsäcke dieser Art wenig Platz bieten.

Zwei verschiedene Größen vertreibt Carinthia vom Defence 4. Größe M ist für Personen bis 185 cm geeignet und bietet eine Schulterbreite von ca. 83 cm. Im Fußbereich bleiben dann noch ca. 57 cm. Das Gewicht des Defence 4 in der Variante M beträgt ca. 1,85 kg. Die Größe L bietet Raum für Personen bis 200 cm. Der Schulterbereich ist dabei 87 cm, der Fußbereich 60 cm breit. Das Gewicht beträgt ca. 2,00 kg. Der Wert mag im ersten Moment sehr hoch erscheinen. Im Verhältnis zur Wärmeleistung und dem Packmaß und im Vergleich zu anderen Schlafsäcken ist diese Leistung aber gut.

Der Carinthia Defence 4 wird als drei-Jahreszeiten-Schlafsack verkauft, wobei der durch den Hersteller angegebene Temperaturbereich auch locker für den deutschen Winter reichen sollte:

Der Komfortbereich erstreckt sich von -8 bis -16°C. Der Extrembereich wird durch den Hersteller mit -36°C angegeben. Hier wird klar: Dieser Schlafsack ist für Temperaturen unter dem Gefrierpunkt gedacht.

Diese Wärmeleistung hat natürlich ihren Preis: Wer den unkomprimierten Packsack zu Gesicht bekommt, mag sich fragen, wie dieses Modell in irgendeinen Rucksack passen soll. Nahezu spektakulär lässt sich dieser Schlafsack dann, mithilfe des ausgezeichneten Packsackes, auf ein erträgliches Packmaß zusammenschrumpfen. Möglich wird dies, durch die am Packsack verteilten fünf Gurte. Der Packsack im Allgemeinen macht dabei einen sehr robusten Eindruck. Der Schlafsack lässt sich mühelos in den Packsack packen, ohne großartig quetschen zu müssen.

Die gute Komprimierbarkeit und Wärmeleistung ist zudem der Füllung geschuldet. G-LOFT® nennt sich die Eigenentwicklung aus dem Hause Carinthia, eine Hohlfaser mit ähnlichen Eigenschaften wie die Gänsedaune.
Diese Kunstfaser hat den Vorteil, dass auch nach starker Kompression, schnell die ursprüngliche Form erreicht wird und die Isolationswirkung erhalten bleibt.

Anders als bei Daunenschlafsäcken bleibt die Wärmeleistung bei diesem Schlafsack auch bei Feuchtigkeit erhalten, was bei längeren Outdoortouren und Regen nur von Vorteil ist.

Zwischen Innenstoff und Füllung befindet sich eine Thermoflect Schicht, die, ähnlich wie eine Rettungsdecke, für eine Reflektion der Körperwärme und damit zu einer erhöhten Wärmespeicherung führt. Es wird also schneller warm im Schlafsack und die Wärme hält sich auch länger – genial.

Die Außenhaut ist sehr Wasser- und Windfest. Der Windchill-Effekt, der für ein Auskühlen des Schlafsacks sorgt, wird also vermindert und Nässe draußen gehalten. Verantwortlich dafür ist das Material Shellproof, welches zudem noch atmungsaktiv und sehr reißfest ist. Als Innenmaterial wurde Shelltrans genutzt, welches ebenfalls atmungsaktiv ist und für ein angenehmes Schlafklima sorgt.

Der Defence 4 verfügt über einen mittigen zwei-Wege-Reißverschluss. Besonders, wenn es mal zu warm wird, wird man das System schätzen. Indem man den unteren Reißverschluss leicht öffnet, zirkuliert Luft im Schlafsack und sorgt für etwas Kühlung. Die Reißverschlüsse gehen leichtgängig und ohne zu verhaken.
Auf der Ober- und Unterseite der Reißverschlüsse befinden sich Abdeckvorrichtungen, die Kältebrücken vermeiden.

Auf einen Wärmekragen wurde beim Defence 4 verzichtet. Stattdessen lässt sich der Gesichtsbereich so weit zuziehen, dass nur noch die Nase herausschaut.
Das hat Vor- aber auch Nachteile: Von Vorteil ist der gewonnene Platz durch das Weglassen eines Wärmekragens. So kann man seine Arme auch mal problemlos hinter dem Kopf verschränken. Bei sehr kalten Temperaturen und nicht vollständig verschlossenen Gesichtsbereich geht jedoch viel Wärme verloren und sorgt im schlimmsten Fall für ein rasches Auskühlen des Schlafsacks.

Wie auch schon die militärische Nutzung vermuten lässt, lässt sich an der Verarbeitung nichts aussetzen. Alle Nähte sind da, wo sie hingehören und halten, wie sie sollen. Die Reißverschlüsse funktionieren problemlos und machen einen robusten Eindruck. Besonders das Außenmaterial wirkt so, wie man es von einem Schlafsack der militärischen Klasse erwartet – extrem strapazierfähig und für den harten Einsatz gedacht.

Für alle, denen die Wärmeleistung nicht genug ist, bietet Carinthia ein interessantes Konzept.
Durch die Kombination eines Defence 4 Schlafsacks mit einem Carinthia Tropen, lässt sich die Wärmeleistung weiter steigern. Damit wird dir garantiert nicht kalt und du sparst einen dritten Schlafsack für extrem kalte Temperaturen.

Fazit

Der Carinthia Defence 4 bewährt sich auch in diesem Test. Verarbeitung und Qualität lassen keine Wünsche offen. Die Ausstattung ist zweckmäßig, ein Wärmekragen wäre wünschenswert gewesen. Hier kann es bei Extremtemperaturen zum Wärmeverlust kommen. Packmaß und Gewicht sind zwar hoch – in Verbindung mit dem erstklassigen Packsack und angesichts der Temperaturangaben aber absolut vertretbar.
Für den Einsatz in einem Fluchtrucksack ist der Carinthia Defence 4 absolut empfehlenswert. Für eine ganzjährige Nutzung ist dieser natürlich zu warm und im Verhältnis zu schwer. Für wärmere Temperaturen gibt es Schlafsäcke mit geringerem Gewicht und Packmaß.

Ein Tipp: unter der Bezeichnung „Allgemein 2“ wurde der Defence 4 in der Bundeswehr ausgegeben. Wer auf der Suche nach gebrauchten Exemplaren ist, sollte es auch unter diesem Namen versuchen. Plattformen für gebrauchte Carinthia Schlafsäcke bieten verschiedene Ausrüstungshändler und natürlich ebay.de.