Einzeltest Schlafsack

High Peak TR 300

high-peak-tr300
Verhältnis Leistung / Gewicht / Packmaß 64%
Ausstattung 81%
Verarbeitung 52%
Preis 100%
Gesamt 74%
VorteileNachteile
  • extrem günstig

  • viel Ausstattung

  • Koppelbar
  • hohes Packmaß und Gewicht

  • teils schlecht verarbeitete Nähte
  • enger Packsack
  • Innenmaterial etwas kratzig

Technische Daten

Temp. BereichFüllmaterialFüllgewichtAußenmaterialInnenmaterialGewichtMaße
(Länge/Schulter/Fuß)
Packmaß
5°C100% Polyesterkeine Angabe100% Polyester80% Polyester
20% Baumwolle
1.500 g230 x 85 / 55 cm25 x 40 cm

Einzeltest

Nicht jeder hat das Nötige Kleingeld, um mal eben 100 Euro oder mehr für einen geeigneten Schlafsack auszugeben. Dieser Test befasst sich mit einem Schlafsack, der extrem günstig und somit für jeden erschwinglich sein dürfte. Was kann also ein Schlafsack für etwas über 30 Euro? Lohnt sich die Anschaffung überhaupt oder sollte man sparen und sich etwas hochwertigeres kaufen? Finden wir es heraus!

Die Auswahl an Schlafsäcken der unteren Preisklassen ist erstaunlicherweise gigantisch. Die erste große Frage, die sich stellt: Wie kann man den Schrott von den brauchbaren Schlafsäcken trennen? Nach eingehender Recherche und aufgrund zahlreicher positiver Produktbewertungen fiel die Wahl dann auf den High Peak TR 300. Einen Kunstfaserschlafsack in Mumienform.

Der Schlafsack fällt erstaunlich lang aus, sodass auch Personen bis 200 cm ausreichend Platz finden. Im Schulterbereich ist der Schlafsack 85 und im Fußbereich noch 55 cm lang. Die Mumienform des Schlafsacks ermöglicht eine optimale Wärmeisolation durch wenige Hohlräume, die durch den Körper gewärmt werden müssten. Das Gewicht des High Peak TR 300 ist vergleichsweise sehr hoch: ca. 1.500 g bringt das Modell auf die Wage.

Mitgeliefert wird ein Packsack. Probleme kann es geben, wenn der Schlafsack gepackt werden soll. Der Packsack ist sehr eng und qualitativ eher minderwertig. Im Test riss dieser bereits ein. Wer den Packsack regelmäßig nutzt sollte hier auf ein robusteres Modell zurückgreifen. Gepackt beläuft sich das Maß auf ca. 40 x 25cm. Vergleichsweise ist das für einen Allroundschlafsack ein recht hoher Wert.

Der Temperaturbereich dieses Modells wurde gemäß Temperatur EN-Norm 13537:2012 getestet und bietet einen Komfortbereich von 5 – 0°C die Extremtemperatur liegt bei – 15°C. Für einen Allroundschlafsack sind das gute Werte. Im Test bei etwas über 5°C konnte das Ergebnis bestätigt werden, wenngleich es bereits recht frisch wurde.

Für die gute Wärmeleistung sorgt das Füllmaterial Dura Loft H1 100% Polyester. Die Vorteile der Kunstfaser Füllung liegen vor allem in der schnellen Trocknung der Faser, sowie der sogar bei Nässe wirkungsvollen Wärmeisolation.

Das Außenmaterial des Schlafsacks besteht aus 100 % Polyester. Das Material ist vergleichsweise wenig robust und sollte entsprechend vorsichtig behandelt werden. Um den Schlafsack vor äußeren Einflüssen, wie Feuchtigkeit und Schmutz zu schützen, sollte der Einsatz eines Biwaksacks abgewogen werden.

Das Innenmaterial besteht aus 80 % Polyester und 20 % Baumwolle. Unter Umständen fühlt sich das Material etwas unangenehm oder kratzig auf der Haut an. Empfindliche Personen sollten hier über ein Inlett nachdenken.

Wirklich glänzen kann der High Peak TR 300 mit seiner Ausstattung, die in der Preisklasse absolut ihres gleichen sucht: Der Reißverschluss sitzt an der Seite und lässt sich gut bedienen. Um hier vor Kälte zu schützen, verfügt der Reißverschluss über eine Abdeckleiste. Der Schlafsack ist sowohl mit Reißverschluss auf der rechten, wie auch auf der linken Seite erhältlich, was den Komfort zusätzlich steigert.

Hier bietet der High Peak ein extra: Der Reißverschluss ist mit einem zwei-Wege-System ausgestattet, dass es ermöglicht den Schlafsack im Fußbereich zu öffnen. Somit kann, wenn es mal zu warm wird, die Luft besser zirkulieren und den Schlafsack abkühlen. Besonders für Paare interessant: Der Schlafsack lässt sich koppeln. Das bedeutet, dass zwei Schlafsäcke durch den Reißverschluss miteinander verbunden werden können. Ermöglicht wird das dadurch, dass der Reißverschluss an der Seite sitzt. Ein weiteres Extra des High Peak 300 ist neben der gepolsterten Kapuze ein Wärmekragen. Wenn es mal richtig kalt wird, zieht man diesen einfach zu und vermeidet so Kältebrücken, die zum Auskühlen des Schlafsacks führen könnten. Im Innern bleibt es also warm. Wichtige Dinge finden Platz in der Dokumententasche innerhalb des Schlafsacks.

Abgesehen vom Packsack und im Verhältnis zum Preis ist die Verarbeitungsqualität dem Preis entsprechend gut. Vereinzelt finden sich Berichte über defekte Reißverschlüsse und aufgehende Nähte. Das Testmodell war jedoch qualitativ in Ordnung.

Fazit

Natürlich kann der Schlafsack nicht mit High-End Modellen mithalten. Das muss er auch gar nicht. Der High Peak TR 300 kann dafür etwas anderes: Ein solides Einsteigermodell für wenig Geld bieten und dabei bringt dieser erstaunlich viel Ausstattung mit.
Wer jedoch viel Wert auf ein gutes Verhältnis von Packmaß, Gewicht und Wärmeleistung legt, sollte sich jedoch woanders umsehen – in diesen Kategorien bringt der High Peak leider nur unterdurchschnittliche Leistung.