Einzeltest Schlafsack

MFH GI Modular Schlafsack System

mfh-modular-gi
Verhältnis Leistung / Gewicht / Packmaß 79%
Ausstattung 79%
Verarbeitung 75%
Preis 87%
Gesamt 82%
VorteileNachteile
  • relativ günstig

  • als System verwendbar

  • hoher Schlafkomfort

  • gute Verarbeitung
  • etwas kurz

  • hohes Packmaß

  • hohes Gewicht

  • kein Packsack

  • keine Temperaturangaben

Innenteil: 56,95 Euro
Außenteil: 48,90 Euro

Technische Daten

Temp. BereichFüllmaterialFüllgewichtAußenmaterialInnenmaterialGewichtMaße
(Länge/Schulter/Fuß)
Packmaß
keine Angabe100% Polyesterkeine Angabe100% Nylon
100% Nylon
1.090 g200 x 88 cmkeine Angabe

Einzeltest

Das neue Schlafsack System der US Army wird durch MFH als günstiger Nachbau vertrieben. Das System besteht aus zwei Teilen, die je nach Temperatur miteinander kombiniert werden können. Dazu gehört: Ein dünner Sommerschlafsack und ein warmer Winterschlafsack. Der dünne Sommerschlafsack wird als Außenhaut genutzt. Der Winterschlafsack lässt sich in den Sommerschlafsack stecken. Über Marken, die Militärische Ausrüstung nachbauen hört man bekanntlich nicht nur Gutes. Wie steht es mit diesem Schlafsacksystem von MFH? Näheres findest du hier.

Dieses Schlafsacksystem wurde als Mumienform gestaltet. Das bringt die altbekannten Vor- und Nachteile mit sich. Die Nachteile liegen oft in eher beengten Platzverhältnissen aufgrund des Körpernahen Schnittes. Das trifft zumindest auf das warme Innenteil des Schlafsacks zu. Da dieser bei besonders kalten Temperaturen schön warm halten soll, wird der leere Raum im Schlafsack reduziert, um diesen schneller warm zu bekommen, was den großen Vorteil der Mumienform darstellt. Für unruhige Schläfer bedeutet das leider häufig ein Platzproblem. Ganz anders ist da der Sommerschlafsack des Systems, der viel Platz zu allen Seiten bietet und so auch unruhigen Schläfern Raum für eine ruhige Nacht gewährt.

Vom GI Modular Schlafsack System vertreibt MFH nur eine Größe. Die Länge beträgt 200 cm, die Schulterbreite 88 cm. Für die Länge von 200 cm war der Schlafsack erstaunlich kurz. Mit 183 cm entstand bereits das Problem, dass die Kapuze bereits unterhalb der Schultern anfing und somit der Wärmekragen auf Höhe der Brust lag. Hier also die Empfehlung: Probeliegen!

Das Gewicht der einzelnen Komponenten beläuft sich auf 1.090 g für das Innenteil, 1.060 g für das Außenteil. Insgesamt kommt man also auf ein Gewicht von 2.150 g, was für ein Schlafsacksystem ein guter Wert ist.

Laut Hersteller soll dieses System selbst bei sehr kalten Temperaturen seinen Dienst erfüllen. Als Temperaturbereich des Winterschlafsacks wird -23°C angegeben. Für den Sommerschlafsack ist bei -1°C Schluss. Ob diese Werte den Tatsachen entsprechen konnte im Rahmen des Tests nicht bestätigt oder widerlegt werden. Fakt ist, dass das Schlafsacksystem bei Temperaturbereichen von knapp unter 0°C seinen Dienst erfüllte und für einen wohligen Schlaf sorgte. Der Schlafkomfort war dabei gut und die Nacht konnte angenehm verbracht werden.

Leider wird das Schlafsacksystem ohne Packsack geliefert. Hier muss man also selbst nachbessern. Glücklicherweise bieten viele Hersteller hochwertige Packsäcke mit Kompressionsgurten und einer robusten, wasserabweisenden Außenschicht an. Befinden sich die Schlafsäcke erst in einem Packsack, lässt sich das Packmaß auf erträgliche Weise reduzieren.

Das Füllmaterial besteht aus Polyester. Es handelt sich also um einen Kunstfaserschlafsack mit den üblichen Vor- und Nachteilen. Vorteilhaft auch bei diesem System ist die schnelle Trocknung. Besonders bei längeren Touren oder bei Regen wird man diese Eigenschaft zu schätzen wissen. Kunstfaserschlafsäcke wärmen selbst im feuchten Zustand noch, während Daunen erst lange Zeit getrocknet werden müssen, bevor diese Isolationseigenschaften wiedererlangen.

Innen- und Außenmaterial bestehen zu 100% aus Rip Stop Nylon. Das Material wirkt ausreichend robust. Um den Schlafsack widerstandsfähiger gegen Nässe und Schmutz zu machen, sollte aber zusätzlich auf einen Biwaksack zurückgegriffen werden.

Der Reißverschluss lässt sich problemlos öffnen und schließen und macht einen ordentlichen Eindruck. Da dieser seitlich angebracht ist, bietet sich der Vorteil, dass zwei Schlafsäcke gekoppelt werden können.

Die Verarbeitung ist besser, als man es von der Marke MFH möglicherweise gewohnt ist. Das Testmodell hatte weder mit den Nähten, noch mit den Reißverschlüssen Probleme. Alles funktioniert, wie es soll. Natürlich liegt in der Verarbeitungsqualität zu High-End-Schlafsäcken noch eine gewisse Spanne, hier bekommt man jedoch zwei Schlafsäcke zum Preis von einem.

Fazit

MFH zeigt mit dem GI Modular Schlafsack System, das auch günstige Ausrüstungsanbieter durchaus brauchbares Material liefern können.
Für den Gesamtpreis von etwas über 100 € bekommt man hier gleich zwei brauchbare Schlafsäcke, die sich zu einem System für sehr kalte Tage koppeln lassen. Ist es draußen dann doch wärmer, kann man auf einen der Schlafsäcke verzichten und Gewicht sparen.
Die Ausstattung des Schlafsacks ist zweckmäßig. Es empfiehlt sich auf jeden Fall probe zu liegen, da das Testmodell doch erstaunlich kurz ausfiel.
Gerade für Einsteiger oder jeden mit geringem Budget, liefert MFH eine ordentliche Lösung für Outdoor-begeisterte oder eben dem eigenen Fluchtrucksack.