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Die richtige Isomatte

Was du wissen musst
Über den Boden geht vier bis fünfmal so viel Wärme verloren, wie über den Schlafsack. Grund ist die zusammengedrückte Füllung, die eine gute Wärmeisolation verhindert. Eine Isomatte schafft da Abhilfe. Durch die Isomatte wird der Schlafkomfort deutlich erhöht. Im Konflikt steht diese jedoch mit dem Ziel, möglichst gewichtsreduziert unterwegs zu sein. Das lässt leider nicht viel Spielraum. Wer trotzdem nicht auf eine Isomatte verzichten möchte, sollte auf leichte Modelle mit geringem Packmaß zurückgreifen. Ein kleiner Tipp, bevor wir auf die unterschiedlichen Arten der Isomatten und Luftmatratzen eingehen: Wer Sorge hat, nachts von der Isomatte zu rutschen und im Dreck zu landen, kann sich Abhilfe schaffen, indem die Isomatte in den Biwaksack eingelegt wird. Da ein Biwak in der Regel großzügig geschnitten ist, funktioniert das oft wunderbar.

Selbstaufblasende Isomatten

Die Bestandteile einer selbstaufblasenen Isomatte sind ein Schraubventil, eine offenzellige Schaummatte und eine luft- und wasserdichte Außenhaut. Beim Zusammenrollen der Matte wird die Luft aus den Schaumstoffporen hinausgepresst, durch Öffnen des Ventils saugt der Schaumstoff im Innern die Luft wieder ein. Vorteilhaft bei diesem System ist der hohe Schlafkomfort. Das Luftpolster im Innern der Matte bewirkt eine gute Wärmeisolierung, womit einer ruhigen Nacht nicht viel im Weg stehen sollte. Leichtere Modelle wiegen zudem nur zwischen 0,5 und 1 kg. Das klingt nach einer guten Alternative zur dünnen und teils unbequemen Isomatte? Leider nur bedingt. Da sich die Luft nie vollständig aus der Matte herauspressen lässt, quillt das Packmaß ziemlich auf. Sinnvoll ist die selbstaufblasbare Isomatte, wenn der Rucksack genügend Platz dazu bietet.

Luftmatratzen

Luftmatratzen funktionieren gut im Outdoor Einsatz. Die Luft im Innern isoliert erstklassig, über Äste und Steine braucht man sich keine Gedanken machen. Da sich Luftmatratzen zusammengerollt nicht aufblähen, wie selbstaufblasbare Matratzen, bleibt das Packmaß vergleichsweise gering. Von Vorteil ist zudem das geringe Gewicht. Eine Luftmatratze benötigt leider einige Zeit, bis diese aufgepumpt einsatzbereit ist. Außerdem beachtenswert: Das geringe Packmaß hebt sich möglicherweise durch die Mitnahme einer entsprechenden Luftpumpe auf. Somit ist eine Luftmatratze für den Notfallrucksack nur bedingt geeignet.

Synthetik- oder Daunenmatten

Daunen sind bekannt für die bestmögliche Wärmeisolierung. Auf einer Daunenmatte zu schlafen, sorgt für einen hohen Schlafkomfort, zumindest, wenn diese nicht nass werden. Nasse Daunen fallen zusammen und verhindern so die Bindung von Wärme. Nasse Daunen müssen gründlich getrocknet werden, sonst verklumpen diese und sind nicht mehr zu gebrauchen. Synthetikmatten sind nicht ganz so warm wie Daunenmatten, dafür aber auch im nassen Zustand zu gebrauchen. Die Trocknung funktioniert hier unkompliziert. Da wir uns leider nicht auf einen Campingurlaub vorbereiten, sondern auf eine mögliche Notsituation, müssen wir auch Packmaß und Gewicht mit einbeziehen. Damit kommen wir zum Nachteil der beiden Materialien. Beide Mattenarten lassen sich nur schwer auf ein akzeptables Packmaß bringen, auch das Gewicht ist eher hoch. Beide Modelle sind somit eher für den Wochenendausflug als für den Notfall geeignet.

Schaumstoffmatte

Eher dünn und unkomfortabel sind einfache Schaummatten. Diese Modelle bieten nur den nötigsten Schutz gegen Bodenkälte. Steine und Ähnliches spürt man mit hoher Wahrscheinlichkeit trotzdem, aber man wird die Nacht überleben. Dafür sind sie leicht, so leicht, dass ich sie für einen Notfallrucksack empfehle. Einzig das Packmaß ist auch hier nicht optimal. Eine Isomatte nimmt einfach viel Platz weg. Gerollte Schaumstoffmatten lassen sich außen am Rucksack befestigen, Alternativen lassen sich zusammenfalten und im Rucksack verstauen.

Fazit

Es gibt viele wirklich gute Systeme, die für einen guten Schlafkomfort bei moderatem Gewicht und Packmaß sorgen. Da man bei einem Notfallrucksack jedoch auf jedes überschüssige Gramm verzichten sollte, rate ich ganz klar zu einer einfachen, dünnen Schaumstoff- Isomatte. Um eine zusätzliche Isolationsschicht zu bilden, kann zudem Material verwendet werden, das man überall findet. Dazu zählen z.B. Matratzen aus Zweigen oder Zeitungspapier.