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Der richtige Notkocher

Was du wissen musst
Was muss ein Notfallkocher eigentlich können? Wie der Name schon sagt: Im Notfall kochen. Wer gerne Zeit draußen verbringt kennt es. Wenn nach einer Tour der Hunger kommt, kann warmes weit mehr überzeugen als kaltes Essen. Wenn man sich dann noch einen Kaffee oder Tee köcheln kann ist die Laune schnell wieder oben und die Kräfte kehren zurück. In einem Notfall ist die Wirkung warmer Mahlzeiten nicht zu unterschätzen – selbst wenn der Krisenfall wirklich nur drei oder vier Tage dauert. Die Kapazität des Notfallrucksacks und das eigene Tragevermögen bilden dabei die Grenzen unserer Fantasie. Campingkocher können Nahrung unkompliziert und schnell erhitzen, dabei sind diese jedoch eher schwer und sperrig und widersprechen somit unserem Vorhaben, möglichst gewichtsreduziert unterwegs zu sein. Um trotzdem schnell und relativ unkompliziert Essen erwärmen zu können gibt es verschiedene Systeme und Möglichkeiten. Bei dem großen Angebot möchte ich hier vor allem auf die gängigsten und bewährtesten Systeme eingehen.
Notkocher

Ausrüstung im Vergleich

Notkocher

zum Vergleich

Hinweis

Unter günstigen Bedingungen sollte ein offenes Feuer zum Erwärmen der Nahrung verwendet werden. Das ist im Regelfall einfacher und spart den Brennstoff der Kocher auf. Wenn es jedoch nicht möglich ist ein Feuer zu entfachen kommt der Notkocher ins Spiel.

Brennstoffe

Verschiedene Brennstoffe werden bei Notkochern eingesetzt. Sehr bekannt sind Esbittabletten, wie sie zum Beispiel im Esbitkocher der Bundeswehr verwendet werden. Esbittabletten bestehen aus Trockenspiritus und sind gut dosierbar. Die Brenndauer beträgt dabei etwa 5 min pro Tablette. In einer Packung befinden sich 20 Tabletten, womit man etwa 100 Minuten Brenndauer erreicht. Der Brennstoff lässt sich problemlos entzünden und brennt rückstandslos ab. Brennpaste wird z.B. im Schweizer Notkocher M71 eingesetzt. Ähnlich wie bei den Esbittabletten lässt sich auch dieser Brennstoff leicht entzünden und brennt ohne Rückstände ab. Die Brenndauer liegt hier mit etwa 4 Stunden jedoch deutlich höher. Gas, Spiritus und Benzinkocher erreichen sehr hohe Temperaturen und erhitzen Nahrung und Wasser somit deutlich schneller als alternative Systeme. Beispiele für Kocher mit Spiritus oder Benzin als Brennmaterial gibt es von Coleman oder Trangia. Der Nachteil all dieser Brennstoffe liegt jedoch in der teils begrenzten Verfügbarkeit. Sobald der Brennstoff aufgebraucht wird, ist der Kocher nutzlos. Hoboofen bieten eine Alternative: Als Brennstoff lässt sich nahezu alles verwenden, was sich unterwegs finden lässt. kleine Äste, Papier, Briketts und vieles mehr. Problematisch kann hier jedoch die Entzündung des Brennmaterials sein, wenn nach einem Regen kaum trockenes Material vorhanden ist. Bewährt hat sich eine Kombination aus Spirituskocher und Hoboofen. In einige Hoboofen (z.B. von Bushcraft Bushbox essentials) lässt sich problemlos ein kleiner Spirituskocher unterbringen (z.B. Trangia), somit kann man die Vorteile der beides Systeme ausschöpfen: Solange Spiritus vorhanden ist kann dieser verwendet werden. Wenn dieser aufgebraucht ist, wird mithilfe von Ästen, Papier und ähnlichen weiter geheizt.

Größe und Gewicht

Einfache Gascampingkocher verlocken durch einen günstigen Preis und hohe Leistung. Diese sind oft jedoch auch schwer und klobig. Leider sind die Kapazitäten eines Notrucksacks begrenzt, daher ist es sinnvoll auf Systeme mit geringem Packmaß zurückzugreifen. Im Bereich Notkocher gibt es steck- und klappbare Systeme, die einen Transport auf kleinster Größe ermöglichen. Ein gutes Beispiel für das Klappsystem ist der Esbitkocher der Bundeswehr. Der Brennstoff ist im eingeklappten Zustand im Inneren des Kochers verstaut und kann so auf kleinstem Packmaß transportiert werden. Ebenfalls vorbildlich ist das Stecksystem des Hoboofens von Bushcraft essentials. Es gibt viele weitere gute Beispiele dafür, dass ein Kocher keine sperrigen Maße haben muss.

Windempfindlichkeit

Das wirkliche Problem bei Notkochern ohne Sturmfunktion: Windempfindlichkeit. Unter Realbedingungen ist es nur schwer, ohne ausreichenden Windschutz mit einem Esbitkocher oder dem M71 Notkocher tatsächlich etwas warm zu bekommen. Es geht einfach sehr viel Hitze über die Seiten verloren. Abhilfe schafft da ein klappbarer Windschutz. Dieser wird um den Kocher aufgebaut und schützt vor äußeren Einflüssen. Nachteil dabei: Man muss ein separates System mit sich führen, welches natürlich wieder einen eigenen Platzbedarf hat. Gas-, Benzin- und Spirituskocher haben da deutlich weniger Probleme. Coleman oder Trangia Systeme erhitzen auch bei Wind noch ziemlich gut. Auch hier gibt es optional einen Windschutz zum Nachrüsten. Die Alternative ist hier ebenfalls wieder der Hoboofen. Da die Seiten des Hoboofens geschlossen sind, bieten diese einen optimalen integrierten Wärmeschutz, der dafür sorgt, dass Hitze gut kanalisiert wird und sich Nahrung ohne großen Wärmeverlust erhitzen lässt.

Stabilität

Da man draußen nur wenig wirklich ebene Flächen hat, ist es nicht ganz einfach auf Notkochern einen Topf sicher zu platzieren. Da die Oberflächen der Notkocher nicht besonders groß sind, kann es beim umrühren schnell zu Unfällen kommen. Empfehlenswert ist daher ein Topf- oder Bechersystem mit längerem Griff, sodass der Topf oder Becher beim Umrühren festgehalten werden kann. Die Kocher sind dabei alle ähnlich stabil.

Fazit

Vor dem Hintergrund, dass Notkocher für Notfälle gedacht sind – und weniger für den täglichen Bedarf – bieten einige Hersteller durchaus nützliche Systeme an. Das Wichtigste zuerst: Alle in diesem Ratgeber genannten Kocher erfüllen ihren Zweck. Kriterien zur Unterscheidung können die Verfügbarkeit von Brennstoff, das Gewicht und Packmaß, sowie die Windempfindlichkeit darstellen. Persönliche Vorlieben spielen natürlich ebenfalls eine Rolle und manch einer wird möglicherweise ein höheres Gewicht in Kauf nehmen und trotzdem zum komfortableren Campingkocher greifen. Wer wissen möchte, wie die bekanntesten Notkocher im Vergleich abschneiden, findet im folgenden Link eine Antwort.