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Das richtige Tarp/ Zelt

Was du wissen musst
Wer auf einer Flucht nachts einen überdachten Unterschlupf erwischt, darf sich glücklich schätzen. Bei einer Evakuierung werden normalerweise schnellstmöglich Notunterkünfte eingerichtet. Sollte das Ausmaß der Katastrophe jedoch größer sein, mag es sein, dass nicht jeder dort einen Platz findet. Da man leider nicht damit rechnen kann immer ein Dach über dem Kopf zu haben, sollte dein Survival-Rucksack alles beinhalten, was dem Lager den benötigten Schutz gegen Wind und Wetter ermöglicht. Dazu bieten sich mehrere Systeme an. Besonders Zelt und Tarp bieten einen ordentlichen Schutz und bewähren sich seit langem. Dieser Artikel vermittelt einen Überblick und stellt die Vor- und Nachteile der Systeme gegenüber.

Tarps

+ schützt vor Wind und Wetter
+ kein zusätzliches Gestänge benötigt
+ geringes Packmaß
+ sehr leicht
+ vielseitig einsetzbar

- aufwendiger Aufbau
- kein Rundumschutz
- kein Schutz vor Insekten
- keine selbsttragende Bauweise
- Unterlage wird benötigt
Ein Tarp ist eine multifunktionale Überdachung. Solltest du für deinen Unterschlupf einen unkomplizierten Wind- und Wetterschutz benötigen, wird ein Tarp genau das Richtige sein. Die Einsatzmöglichkeiten sind aber deutlich weitreichender. Soll das Tarp jedoch einen sinnvollen Wetterschutz gewährleisten, ist eine gute Kenntnis im Auf- und Abbau nötig. Das Tarp im Ernstfall zum ersten Mal aufbauen zu müssen, ist nicht empfehlenswert und kann zu Frust führen.

Formen und Aufbau

Tarps gibt es in unterschiedlichen Formen. Rechteckig oder Mehreckig. Die verschiedenen Formen bieten unterschiedliche Vorteile, die abhängig vom Einsatz und der Aufbauvariante sind. Gerade zu Anfang wird besonders die rechteckige Form bevorzugt, da diese etwas einfacher zu händeln ist. Abgespannt wird es über Ösen oder Tarpstangen. Als Alternative zu den Tarpstangen bieten sich Wanderstöcke an. Der Vorteil liegt darin, dass das zusätzliche Gewicht der Tarpstangen somit eingespart wird. Heringe sorgen für die nötige Stabilität beim Abspannen. Beim Aufbau sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt. Für einen Unterschlupf ist jedoch zu beachten, dass das Regenwasser jederzeit abfließen können muss. Bei Wind sollte das Tarp so niedrig wie möglich abgespannt werden, um dem Wind keine Angriffsfläche zu bieten.

Alternative Tarpsysteme

Eine Alternative zum herkömmlichen Tarp ist ein Poncho mit Tarpfunktion. Im Vergleich zum herkömmlichen Poncho bietet ein Poncho mit Tarpfunktion die Möglichkeit, dieses über Abspannösen wie ein Tarp aufzubauen. Durch die Multifunktionalität wird Gewicht gespart – es entfällt eine weitere Regenbekleidung und natürlich das Tarp. Natürlich ist die Größe des Tarps beim Poncho nicht so groß, wie die eines gewöhnlichen Tarps. Für eine Person reicht diese jedoch aus.



+ sehr guter Wetterschutz
+ geringes Gewicht


- durch das Gestänge höheres Gewicht möglich
- Bildung von Kondenswasser im Innern
Das Pyramid Shelter ähnelt optisch einem Tipi. Das Zelt wird mit Tarpstangen oder Trekkingstöcken aufgebaut (Trekkingstöcke bieten den Vorteil, dass man sich das zusätzliche Gewicht für Tarpstangen sparen kann). Wind und Wetter machen dieser Konstruktion nur wenig aus und im Innern lässt es sich aufgrund des hohen Platzangebots durchaus aushalten. Da die Unterseite des Pyramid Shelters offen ist, haben Insekten leider freien Zutritt.



+ sehr guter Wetterschutz
+ geringeres Gewicht als Doppelwand- Zelte
+ freistehende Konstruktionen

- durch das Gestänge höheres Gewicht möglich
- Bildung von Kondenswasser im Innern
Ein Tarptent ist eine Kombination aus Tarp und Zelt. Die obere wasserdichte Plane ist mit den Seitenteilen und einer Bodenplane verbunden. Die Konstruktion bietet optimalen Schutz gegen Insekten und spart zudem Gewicht für ein zusätzliches Innenzelt. Tarptents sind aufgrund des unkomplizierten Aufbaus auch optimal für Einsteiger geeignet.



+ sehr guter Wetterschutz
+ geringes Gewicht
+ geringes Packmaß
+ unkomplizierter Aufbau
+ gute Belüftung
+Schutz vor Insekten
- durch das Gestänge höheres Gewicht möglich
- muss abgespannt werden, Heringe nötig

Material

Verwendet werden verschiedene Materialien. Billigere Tarps werden oft aus Polyester-PU hergestellt. Das Material ist recht schwer und nicht besonders widerstandsfähig. Hochwertiger sind Tarps aus Ripstop-Nylon, die sich besonders durch höchste Reißfestigkeit und UV- Beständigkeit auszeichnen. Somit ist ein Tarp aus dem Material bestens für den Dauereinsatz draußen geeignet.

Vergleich zum Zelt

Vorteile

Das Tarp hat im Vergleich zum Zelt einige Vorteile. Es benötigt kein Gestänge und ist damit leichter. Ein geringeres Packmaß lässt im Notfallrucksack Platz für andere Ausrüstung. Es ist schnell einsatzbereit und vielseitig einsetzbar: Ob als Wind- und Wetterschutz, als Sonnensegel, zum Wasser auffangen oder als wasserdichter Schutz für die Ausrüstung. Selbst als Schlafsack kann ein mit Laub gefülltes Tarp dienen. Wenn ein Poncho mit Tarpfunktion genutzt wird, werden die Vorteile im Packmaß und Gewicht noch deutlicher.

Nachteile

Einige Nachteile gibt es dennoch zu nennen. Tarps bieten keinen Rundumschutz. Bei sehr schlechtem Wetter kommt der Schutz des Tarps nicht an den Schutz eines Zelts heran, zudem schützt ein Tarp nicht gegen Insekten und Kleintiere. Es fehlt die selbsttragende Bauweise, somit sieht es ohne Abspannpunkte eher schlecht mit dem Aufbau aus. Es werden zusätzlich ein Biwaksack und eine Unterlage, zum Beispiel eine Isomatte benötigt. Ein Tarp bietet zudem keine zusätzliche Isolationsschicht, wie es ein Zelt tut.

Zelte

+ schützt vor Wind und Wetter
+ Rundumschutz
+ geringes Packmaß
+ Schutz vor Insekten
+ zusätzliche Isolationsschicht

- aufwendiger Aufbau
- zusätzliches Gestänge benötigt
- keine selbsttragende Bauweise
Ein klassisches Zelt wird jedem zuerst in den Sinn kommen, der eine geeignete Bedachung für den Outdoorbereich sucht. Wer jetzt jedoch sein Campingzelt für den Notfallrucksack verwenden möchte, wird schnell feststellen, dass dieses die Kapazitäten des Rucksacks sehr wahrscheinlich übersteigt. Geeignete Zelte finden sich vor allem im Ultraleicht-Bereich. Konzipiert wurde diese Ausrüstung für den Outdoor-Trekking Bereich. Hier wird besonders auf ein geringes Gewicht in Verbindung mit einer hohen Funktionalität geachtet.

Formen und Aufbau

Einwandige Zelte bestehen, wie der Name schon sagt, aus nur einer Schicht. Die Stabilität und der Rundumschutz sind hier ebenfalls gegeben. Mithilfe des entsprechenden Gestänges lassen sich wirklich stabile Konstruktionen für extreme Wetterbedingungen schaffen. Dazu werden zwei bis vier Gestänge überkreuzt. Ein Aufbau ohne Heringe ist somit möglich, da das Zelt die nötige Stabilität aus dem Gestänge bezieht. Aufheizen lässt sich das Innere des Zeltes nicht so, wie bei einem doppelwandigen Zelt. Der Windchill-Effekt sorgt dafür, dass die Temperatur nicht bedeutend ansteigt. Kondenswasser bildet sich in dieser Konstruktion eher im Innern. Nennenswerte Vorteile bringen auch da mögliche atmungsaktive Membranstoffe nicht.

+ sehr guter Wetterschutz
+ geringeres Gewicht als Doppelwand-Zelte
+ freistehende Konstruktionen

- durch das Gestänge höheres Gewicht möglich
- Bildung von Kondenswasser im Innern
Doppelwand-Zelte bestehen aus einer inneren und einer äußeren Schicht. Die äußere Schicht ist wasserdicht und sehr robust. Das innere Zelt bietet eine zusätzliche Isolationsschicht. Kondenswasser bleibt somit außerhalb des Zelts und man bleibt im Trockenen. Das Innere des Zeltes lässt sich dadurch etwas aufheizen. Außerdem bietet die Doppelwand-Konstruktion einen wirksamen Schutz gegen Insekten. Bedingt durch die Konstruktion wird eine Menge Material benötigt, welches das Gewicht der meisten Doppelwand-Zelte in die Höhe treibt. Der Aufbau gestaltet sich unkompliziert und ist im Vergleich zum Tarp auch von unerfahrenen Personen einfach zu bewerkstelligen.

+ sehr guter Rundumschutz
+ Innenraum lässt sich durch die zusätzliche Isolationsschicht aufheizen
+ unkomplizierter Aufbau
+ Insekten bleiben draußen

- oft höheres Gewicht
- Hitzestau bei hohen Temperaturen

Fazit

Ob es letztendlich ein Tarp oder ein Zelt wird, hängt vom persönlichen Geschmack aber natürlich auch vom Einsatzbereich ab. Vorteile des Tarps sind: Gewicht, Packmaß, Mehrzwecknutzung. Vorteile des Zelts: Rundumschutz, Wärmeisolation und der Wegfall des Biwaksacks.