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Die richtige Wasseraufbereitung

Was du wissen musst
Sauberes Trinkwasser ist das Wichtigste, wenn man draußen überleben will. Unsere Erwartungen an Trinkwasser sind ausgesprochen hoch. Das merken wir vor allem, wenn wir auf einer Fernreise das dort heimische Wasser trinken müssen. Magenschmerzen und verschiedene Erkrankungen können die Folge sein. Katastrophen können dazu führen, dass sauberes Trinkwasser plötzlich nur eingeschränkt verfügbar ist. Das Wasser könnte durch Krankheitserreger, Schwebstoffe, Chemikalien und andere Dinge kontaminiert sein, die ein einfaches Trinken des Wassers zu einer ernsten Gefahr werden lassen. Da auch das Volumen der Notfallausrüstung den Wasservorrat weiter einschränkt, ist es sehr sinnvoll auf Systeme zurückzugreifen, die auch stark verschmutztes Wasser trinkbar und ungefährlich machen. Dieser Artikel befasst sich mit den bewährten Methoden um Wasser genießbar zu machen und zeigt die Vor- und Nachteile der einzelnen Möglichkeiten auf.

Abkochen

Die wohl bekannteste und älteste Methode, um Wasser trinkbar zu machen. Erreger werden durch Abkochen des Wassers abgetötet. Diese Methode ist im Allgemeinen sehr zuverlässig. Beachten sollte man dabei jedoch, dass nicht alle Erreger sofort bei Erreichen der 100°C vernichtet sind. Manche Erreger halten diese Hitze länger aus als andere, daher empfiehlt sich ein längeres Aufkochen. Ebenfalls beachtenswert ist der Einfluss der Höhe auf das Ergebnis. In hohen Gebieten beginnt Wasser bereits früher an zu kochen, auch wenn die 100°C nicht erreicht sind. Es besteht dann die Gefahr, dass gefährliche Erreger überleben. Längeres Abkochen des Wassers sollte dabei Abhilfe schaffen.
Der Abkochvorgang hat keinen Einfluss auf den Geruch oder Geschmack des Wassers. Schwebstoffe bleiben ebenfalls erhalten und müssen separat ausgefiltert werden. Nachteilig sind der Energieverbrauch und die lange Dauer bis zur Verfügbarkeit (Aufkochen und Abkühlen vor dem Trinken), zudem muss eine Flamme vorhanden sein, das heißt,man muss ein Feuer entzünden oder einen Kocher einsetzen. Das kann zum Problem werden, wenn beides nicht verfügbar ist.

Chemische Behandlung

Durch die Aufbereitung mithilfe von Tabletten oder Tropfen lässt sich das Wasser von sämtlichen Erregern befreien. Das Wasser wird dabei chloriert oder mit Silberionen versetzt. Zu beachten ist eine ausreichende Dosierung des Halogens. Leider leidet darunter der Geschmack. Durch Aktivkohle oder Antichlor lässt sich dieser aber wieder verbessern. Auch hier muss optisch nicht klares Wasser zuerst gefiltert werden, da diese Form der Wasseraufbereitung ebenfalls keinen Einfluss auf Schwebstoffe im Wasser hat. Die Behandlung mit Chlor schützt nicht vor Wiederverkeimung. Hierzu sollte das Wasser mit Silberionen versetzt werden. Diese Möglichkeit der Wasserentkeimung ist ebenfalls sehr zuverlässig.

Filtern

Wasserfilter setzen auf mikroskopisch kleine Poren (Porengröße 0,2 bis 0,4µm), die Verschmutzungen und Erreger mechanisch zurückhalten. Diese bleiben einfach im Filter stecken. Als Filter werden Kunststoff, Keramik, Glasfaser, oder Aktivkohle verwendet. Besonders empfehlenswert sind Keramikfilter, da diese auch mehrfach verwendet werden können. Viren sowie Chemikalien können jedoch aufgrund ihrer kleinen Größe trotzdem durchdringen. Um auch diese herauszufiltern und Geruch wie Geschmack des Wassers zu verbessern, eignet sich ebenfalls ein Aktivkohlefilter, der auf den Filter aufgesetzt werden kann. Das Filtern des Wassers gilt als sicherste Variante bei der Trinkwassergewinnung.Outdoor-Wasserfilter gibt es mit Aufsätzen, die es ermöglichen, direkt aus der Wasserquelle zu trinken.

UV Bestrahlung

Was bei großen Aufbereitungsanlagen eingesetzt wurde, gibt es jetzt auch für die Tasche. Hochwirksames UV-C Licht tötet Erreger innerhalb kürzester Zeit ab. Trotzdem muss das Wasser auch hier von Schwebstoffen befreit werden. Diese Art der Wasseraufbereitung hat keinen Einfluss auf Geruch oder Geschmack des Wassers. Wichtig: Damit die Bestrahlung effektiv wirken kann, muss das Wasser vorher von Schwebstoffen gereinigt werden. Schwebstoffe können eine ausreichende Bestrahlung verhindern.

Fazit

Welche der gennanten Möglichkeiten ist wirklich für den Fluchtrucksack geeignet? Die bekannteste Methode - das Abkochen des Wassers - erfordert die Möglichkeit das Wasser zu erhitzen, was sehr zeitaufwendig ist. Zudem muss das Wasser in einem zusätzlichen Arbeitsgang von Schwebstoffen befreit werden. Das ist sehr Zeit-und Energieaufwendig. Gleiches gilt für die UV-Bestrahlung und die chemische Behandung. Alle Wasseraufbereitungs- Maßnahmen erfordern einen zusätzlichen Arbeitsgang. Einzig die Filterung über Wasserfilter bieten den maximalen Effekt bei minimalem Einsatz. Das Wasser kann bei vielen Wasserfiltern direkt aus der verschmutzten Quelle getrunken werden. Die Filter sind lange haltbar, die Reinigung der meisten Wasserfilter erfolgt unkompliziert. Um das gefilterte Wasser länger haltbar zu machen,empfiehlt sich die anschließende Beigabe von Wasseraufbereitungstabletten auf Silberionen-Basis, wie zum Beispiel Micropur von Katadyn.